Ruhrpott Rodeo 2013

Ursprünglich wollten wir ja dieses Jahr live vom Rodeo senden. Dummerweise hat es mit dem Internet auf der Wiese nicht hingehauen und ein Internetradio ohne Internet macht nicht so richtig Sinn. Aber es gibt ja zum Glück Plan B. Wir nehmen die Sendungen einfach auf und machen dann demnächst einen Rodeo-Abend. Alex hat uns mit Backstage-Pässen versorgt und es soll auch ein Pagoden-Zelt geben, wo wir uns platzieren können. Also fahre ich am Samstag Vormittag zusammen mit Poo, der schon am Freitag Abend von Hamburg nach Bochum gereist ist und bei mir gepennt hat, mit der Bahn nach Feldhausen. Von dort aus soll es einen Shuttle-Bus zum Gelände gebe. Der Bahnhof sieht irgendwie nicht aus wie ein Bahnhof und einen Bus sehen wir dort auch nicht, aber wir schließen uns einfach dem Punker-Tross an, der sich vom Bahnhof wegbewegt. Sind ja alles clevere Kerlchen. Die wissen schon was sie machen. Nach etwa 300 Metern steht dann auch tatsächlich der angekündigte Bus und bringt uns ganz entspannt zum Gelände. Der Himmel sieht irgendwie so aus, als wenn es gleich anfängt zu regnen. Na toll. Das kann ja lustig werden. Also Zelte aufbauen, Technik einpacken und mit einem Bierchen bewaffnet Richtung Bühne, um erstmal die Lage zu checken. Backstage ist zunächst unklar, wo wir unsere Sendezentrale aufbauen können. Das kann ja heiter werden. Aber kurz darauf ist klar, dass wir uns in einem Container breit machen können. Besser geht es nicht. Wir haben ein Dach über dem Kopf, einen Tisch, Stühle, Strom und sogar einen Kühlschrank. Perfekt. Plan B steht also nix mehr im Wege. Jetzt fehlen uns nur noch Leute, die wir interviewen können. Mit Doug Dagger von The Generators hatte ich mich im Vorfeld schon verarbredet. Als ich ihn anspreche, erinnert er sich sogar daran und kommt bereitwillig mit in unseren Container. Bei einer Dose Hansa-Pils sprechen wir über die Generators-Tour, sein Seitenprojekt Bedlam Knives und gesunde Ernährung.
Bonsai Kitten beim Interview
Mit Tiger Lilly Marleen und Highko Strom von Bonsai Kitten aus Berlin sind schnell weitere Leute für ein weiteres Interview gefunden. Die Arbeitsteilung ist nun auch klar. Poo macht die Technik, ich organisiere die Leute. Im Catering-Zelt treffe ich auf Volker Kampfgarten von den Kassierern und da ich seine Oma im Keller gefangen halte, kommt auch er bereitwillig mit, um mit uns zu sprechen. Nach einer halben Stunde wissen wir dann auch, warum es keinen Gott gibt. Volker hat es uns sehr detailliert und plausibel erklärt. Danke dafür. Mit ihm haben wir auch jemand gefunden, der weitere Musiker kennt und für uns Costa Cannabis von Sondaschule klar macht. Dieser ist direkt begeistert und bringt Pensen von Das Pack und noch ca. sechs weitere Personen mit. Die Bude ist voll und wir müssen nix machen, da sich die Herren Musiker kurzerhand selbst bzw. gegenseitig interviewen. Ich gewinne den Eindruck, dass im Vorfeld bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich genommen wurden. Egal. Besser sie interviewen sich selbst als ich tue das. Mit vier aufgenommenen Sendungen haben wir unser Soll für heute auch erfüllt. Irgendwie kommen wir auf die gloreiche Idee, dass wir ja auch einfach in dem zur Sendezentrale gewordenen Container pennen können und machen uns deshalb auf den Weg zum Campingplatz, um unsere Brocken aus den Zelten zu holen. Abbauen können wir auch morgen noch. Noch ein Bierchen am RilRec-Stand, noch ein Bierchen im Catering-Zelt und noch ein Besuch im Party-Zelt. Das haut mich jetzt nicht so um. Aber Hunderte von Punks, die zu Dr. Alban abfeiern hat schon was. Egal. Ich bin im Arsch. Der Tag war lang und ich hau mich im Container auf meine Isomatte und penne, während der Kollege noch bis morgens mit der Tresencrew vom Catering-Zelt Bier trinkt. Der erste Tag ist um. Es hat nicht geregnet. Die Stimmung ist gut. Wir haben einen Haufen netter Leute getroffen, Die Kassierer, Eisenpimmel, Das Pack, einen Teil von Sondaschule und Nothington gesehen und zahlreiche weitere Bands zumindest gehört. Die Isomatte hätte ich mir auch sparen können. Der einzige Unterschied zu Auf-Dem-Boden-Pennen ist, dass ich ca. 12mm höhe liege. Chrrrr Chrrrr Chrrrrr.
Tag Zwei mit Sonne
Es ist 8:37 und Ruhrpott-Rodeo-Tag Nummer Zwei. Ich werde wach. Mir tut alles weh. Komischerweise auch der Kopf. Es hat immer noch nicht geregnet und wenn ich so rausschaue, dann sieht es auch nicht so aus als würde das heute noch passieren. Die Sonne scheint und ich latsche erstmal über das Gelände. Es sind schon erstaunlich viele Leute wach. Bei einigen bin ich mir nicht sicher, ob sie noch oder schon wieder wach sind. Auf dem Rückweg zur Sendezentrale komme ich beim RilRec-Stand vorbei. Dort bereitet man sich schon auf den Tag vor und ich kaufe mir erstmal sechs Tombola-Lose. Die Chance auf einen Gewinn wird mit 1 : 3,5 ausgewiesen. Dann mal los. Leider verloren. Leider verloren. Leider verloren. Leider verloren. Mmh. Irgendwas scheint schief zu laufen. Aber Los 5 bringt dann doch noch einen Gewinn. Ein T-Shirt in S. Nicht meine Größe, aber meine Tochter wird sich drüber freuen.

Willi und Tilo von den Boskops im Interview

Gegen 12 ist dann auch der Kollege wach und da The Baboon Show nach ihrem Auftritt um 14 Uhr direkt abhauen müssen, machen wir unser erstes Interview des Tages. Anschliessend ziehen wir los um unsere Zelte abzubauen. Der Rückweg geht diesmal nicht über den Platz, sondern wir gehen außen herum und haben dadurch sogar die Gelegenheit ein kurzes Interview mit Anwohnern zu führen. Entspannte Leute. Die Sonne hat sich am Himmel breit gemacht und wir schauen uns erstmal The Baboon Show an. Sängerin Cecilia springt trotz 8. Monat über die Bühne, so dass man damit rechnen muss, der Geburt ihres Kindes beizuwohnen. Wirklich beeindruckend. Am Nachmittag machen wir dann noch eine Art Interview mit Lars von den The Skatoons, unterhalten uns mit Goethe von Zaunpfahl und mit Tilo und Willi von den Boskops. Auch heute machen wir nach vier Interviews Feierabend. Das ist irgendwie ganz schön anstrengend, aber auch ziemlich spassig. Poo muss sich erstmal hinlegen und ich schaue mir die Mad Caddies und natürlich Ska-P an. Als Ska-Fan habe ich da absolut nix zu meckern und komme voll auf meine Kosten. Den Anfang von The Adicts ziehe ich mir auch noch rein, aber da ist mein Bedarf an Musik für heute auch gedeckt. Also lasse ich den Abend mit dem einen oder anderen Bier im Catering-Zelt ausklingen und lege mich irgendwann im Container auf meine brettharte Isomatte und penne ein.
Zaunpfahl beim Ruhrpott-Rodeo
Als ich am nächsten Morgen aufwache, regnet es. Wir haben zum Glück ein Dach über dem Kopf. Brot und Aufstrich haben wir auch noch, so dass wir sogar noch frühstücken können, bevor wir wieder den Shuttle-Bus besteigen, der uns zusammen mit ca. 40 anderen stinkenden, erschöpften und Scheiße aussehenden Punks zum Bahnhof Feldhausen bringt. Zum Glück brauche ich von dort aus nur eine Stunde nach Hause. Der Kollege hat es da schlechter getroffen. Er hat noch ein paar Stunden Zugfahrt vor sich.


Ein großartiges Festival mit guter Musik, netten Leuten, lustigen Interviews und viel Bier ist damit zu Ende. Ich habe einen leichten Sonnenbrand und bin total im Arsch. Festival-Ziel erreicht. Danke an Alex und alle, die dazu beigetragen haben. Gute Aktion!